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Mountainbike - Wissen

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Wo darf ich in Deutschland biken? Was sagt das Gesetz?

 

Gem. § 14 Bundeswaldgesetz ist "das Rad fahren im Wald auf Straßen und Wegen erlaubt. Die Länder regeln die Einzelheiten." Und die Länder haben davon ausführlich und leider auch sehr vielfältig Gebrauch gemacht!

Die in Deutschland geltenden gesetzlichen Regelungen nebst Nebenbestimmungen findet Ihr weiter unten nach Bundesrecht und Bundesländern gegliedert. Wir sind bemüht, die jeweiligen landesrechtlichen Regelungen immer in ihrer aktuell geltenden Fassung zu veröffentlichen, jedoch gelingt dies nicht immer und sofort. Links zu den jeweiligen Onlineportalen, über die die aktuellsten Fassungen abrufbar sind, findet Ihr jeweils unter Weiterführende Hinweise.

Beim Studium der Bestimmungen in den Ländern werdet Ihr feststellen, dass höchst unterschiedliche Begriffe im Zusammenhang mit der Frage, auf welchen Wegen wir mit dem Mountainbike (Fahrrad) fahren dürfen, im Gebrauch sind. Da gibt es nicht nur unsinnige Wegesbreitenregelungen wie in Baden-Würrtemberg, sondern vor allem eine Vielfalt an Begriffen (feste Wege, geeignete Wege, Waldwege, Wirtschaftswege, Wanderwege, Fußwege und -pfade etc.) und keiner weiß so ganz genau, was damit gemeint ist. Für die Bundesländer Hessen und Nordrhein-Westfalen haben wir dazu erste Stellungnahmen erarbeitet, die ein wenig Licht in das gesetzgeberische Wirrwarr bringen. Weitere Stellungnahmen sind notwendig und werden folgen, denn nach unserer Erfahrung wissen teilweise noch nicht einmal die Behörden, auf welchen Wegen wir fahren dürfen.

In der Mediathek findet Ihr wichtige Stellungnahmen und Urteilsanmerkungen. Auch hier gibt es noch vieles zu ergänzen. Da uns immer wieder Fragen zu den Befugnissen und Rechten von Förstern, Jägern sowie Jagdpächtern erreichen, möchten wir auf eine einschlägige Veröffentlichung auf der Homepage des Jagdaufseherverband Baden-Württemberg e.V. hinweisen.

Offen bleibt angesichts der technischen Entwicklung (Stand 01.3.2010), wie der oder die Gesetzgeber in Zukunft mit den elektromotorunterstützten Fahrrädern (Pedelecs) umgehen wird, da motorisierte Fahrzeuge in der Regel vom Betretungsrecht nicht eingeschlossen sind. Nach der EU-KFZ-Richtlinie sind Pedelecs bis zu 25 km/h aber keine Kfz, sondern Fahrräder. Die Tücke liegt also nur dort im Detail, wenn z.B. ausdrücklich Fahrzeuge mit Motorkraft o. dergl. verboten sind.

Wie ist die Rechtslage in der Schweiz und Österreich?

 


G E S U N D H E I T

Schluss mit Halbwissen zu Zecken, Borreliose und FSME

 

 

Mit dem Frühjahr beginnt leider nicht nur eine neue Bike-Saison, mit steigenden Temperaturen kommen auch wieder die ungebetenen Gäste in Wald und Wiesen zum Vorschein. Ein für Mensch und Tier leider mit am gefährlichsten ist die Zecke als möglicher Überträger von bakteriellen Infektionen wie der Borreliose oder dem Virus FSME.

 

 

Einleitung

Beim Thema “Zecken” gibt es unter Bikern eigentlich nur folgende Reaktionen:

- “Und jetzt?” (Der völlig ahnungslose)
- “Ja schon, aber mir kann nichts passieren, ich bin geimpft!” (Der teils ahnungslose)
- “Ah richtig, da war was. Aber die springen nicht von Bäumen.” (Der informierte Rauszögerer)
- “Jetzt müssen wir erst einmal ein paar Irrtümer beseitigen.” (Zum Beispiel unser User michar, der uns bei diesem Thema unterstützt hat – Danke dafür!)

Leider steigt die Zahl von infizierten Zecken von Jahr zu Jahr und Infektionen mit schweren Verläufen nehmen zu, oft auch aufgrund von Unwissenheit bei den Patienten, aber auch auf der ärztlichen Seite! In diesem Artikel geht es um die von der Zecke übertragene sogenannte Lyme Borelliose, die durch Bakterienstämme übertragen wird. Die in Deutschland am meisten befallene Zecke ist der sogenannte gemeine Holzblock, aber auch Läuse oder Stechmücken stehen im Verdacht selten die Infektion übertragen zu können. Früh erkannt und richtig behandelt ist eine Borelliose fast immer komplett heilbar, im späteren Verlauf jedoch oft nicht mehr. Daher ist es um so wichtiger richtig und schnell zu handeln und am besten Zeckenstiche so gut wie möglich zu vermeiden.

 

 

Klären wir zunächst einige weit verbreitete Fehlglauben auf:

- “Man kann sich gegen die von Zecken übertragenen Krankheiten impfen lassen!” Das stimmt nur zum Teil. Eine FSME-(!)-Impfung ist möglich und in weiten Teilen Süddeutschlands für Menschen, die draußen unterwegs sind, sinnvoll. Die zweiteilige Impfung ist allerdings nicht für jedermann geeignet, Nebenwirkungen treten auf.

- “Zecken springen von Bäumen…” Richtig ist: Man kann sich Zecken an allen möglichen und unmöglichen Stellen einfangen, aber das sie gezielt vom Baum auf einen vorbeifahrenden Radler springen, ist doch sehr unwahrscheinlich. Häufig hingegen: Im Vorbeistreifen vom Gras auf den Menschen…

- “Zecken muss man ausdrehen!” Völliger Quatsch, die Tiere beißen sich fest, von Bohren keine Spur. Drehen erhöht die Wahrscheinlichkeit die Zecke zu zerteilen und Reste in der Wunde zu lassen, was gar nicht geschickt ist.

Was tun um einen Zeckenbiss zu vermeiden

Generell halten sich Zecken am liebsten im Unterholz oder auf etwas höherem Gras auf, bevorzugt auch in der nähe von Gewässern! Jedoch sind sie auch in Parkanlagen oder Gärten zu finden. Hier wartet die Zecke auf einen möglichen Wirt und klammert sich beispielsweise an der Beinbehaarung fest. Generell empfiehlt es sich daher möglichst geschlossene helle Kleidung zu tragen, Zecken beissen nicht direkt sondern fangen erst an auf dem Körper zu wandern, manchmal stundenlang, um eine für sie geeignete Bissstelle zu finden welche sich bevorzugt an wärmeren, feuchten Körperfalten befindet. Daher ist es möglich eine Zecke noch auf der Kleidung oder am Bein einfach zu entfernen. Wanderwege sollten am besten nicht verlassen werden, höheres Gras gemieden.

 

 

 

Die Gefahr auf einem Wanderweg mit dem Bike bei höherer Geschwindigkeit einer Zecke die möglichkeit zu geben auf die Kleidung überzugehen ist eher gering. Nach jedem Waldbesuch ist daher zu empfehlen sich gründlich ab zu suchen, gerade die kleinen Larven und Nymphen sind sehr schnell zu übersehen! Es empfiehlt sich auch die getragene Kleidung auszuschütteln da sich eine Zecke durchaus noch darin befinden kann. Am besten also direkt nach der Tour unter die Dusche, auch wenn das Wasser die Zecke nicht tötet kann sie dennoch vom Körper gespühlt werden! Besondere Vorsicht gilt auch bei Haustieren wie Hunden oder Katzen, wenn sie nicht selbst als Wirt dienen bringen sie auch gerne die Zecke mit ins Haus! Statistisch gesehen ist die Gefahr von einer infizierten Zecke gebissen zu werden im südlichen Deutschland am größten, in manchen Landteilen von Bayern geht man sogar von einer Durchseuchung der Zecken von bis zu 50% aus.

Was tun wenn man von einer Zecke gebissen wurde

Zum einen gibt es jetzt erstmal keinen Grund in Panik zu geraten und unbesonnen zu handeln. Die wichtigste Regel ist nicht den Darm der Zecke zu qütschen welcher das Hinterteil der Zecke bildet, da hier die Bakterien sitzen und mögicherweise dann von der Zecke in den Wirt (also hier den Biker) erbrochen werden können. Die richtige Entfernung ist also sehr wichtig. Am besten möglich ist es mit einer Zeckenpinzette da diese von der Form schon vermeidet den Darm der Zecke zu qütschen! Die Zecke möglichst nahe an der Haut packen und mit einer etwas kräftigeren Ziehbewegung entfernen. Auch die Zeckenkarte, mit der man die Tiere aushebelt, ist empfehlenswert. Ist das Entfernen bei kleineren Zecken nicht möglich empfiehlt sich notfalls den Hausarzt aufzusuchen, damit die Zecke ordnungsgemäß entfernt werden kann.

 

 

 

Wenn die Zecke erfolgreich entfernt wurde kann die Wunde noch desinifiziert werden. Die Zecke jetzt am besten nicht entsorgen, sondern aufbewahren (in Briefumschlag oder auf Papier mit Tesa fixiert). Auch wenn die Zecke relativ schnell in Vergessenheit geraten kann gilt es jetzt Symptome die nach dem Biss auftreten zu beobachten und in einen Zusammenhang zu bringen. Nicht jede Zecke überträgt krankmachende Bakterien. Auch hier gilt: statistisch steigt mit der Saugdaür die Gefahr, das Bakterien übertragen werden, in den ersten 12 Stunden gilt das Risiko relativ gering, allerdings gibt es auch einige dokumentierte Fälle in denen nach wenigen Stunden schon eine Übertragung stattfinden konnte.

Was tun bei Borreliose-Symptomen nach Biss:

Generell kann eine Borreliose so gut wie jeden Bereich am Körper betreffen. Klassisch wird die Lyme Borelliose ja oft nur mit Gelenkschmerzen in Beziehung gebracht, allerdings treten ebenso oft andere Symptome auf, häufig auch neurologischer Natur. Dafür verwendet die Medizin den begriff Neuroborreliose. Leider gibt es oft auch Überschneidungen mit anderen Krankheiten wie Rheuma oder MS, was die Diagnose in späteren Stadien zusätzlich erschwert. Das einzige 100%ige Symptom an einer Borreliose erkrankt zu sein ist das Erythema Migrans um die Bissstelle, auch genannt Wanderröte. Hierbei handelt es sich um eine Rötung mit einem etwas dunkleren Ring am Rand, oft breitet sich die Rötung auch über Tage oder Wochen über einen größeren Bereich aus und verschwindet wieder von alleine. Leider tritt das Erythema Migrans nur bei der ungefähr der Hälfte der Infektionen auf und kann sich auch erst Wochen nach dem Biss entwickeln oder auch nach Jahren als Spätsymptom! Leider folgt die Borreliose oft keinem klassischen Verlauf, sie kann sehr langsam und schleichend beginnen (über Jahre) aber auch extrem schnell Wochen nach dem Stich hineinbrechen. Daher bedarf es eines hierfür gewappneten Arztes der anhand der Symptome und der Blutwerte die Diagnose stellen kann. Leider sind viele Ärzte mit der Diagnose überfordert, daher empfiehlt sich bei Verdacht auf Borelliose frühzeitig ein Termin bei einem dafür spezialisierten Arzt. Die wichtigsten möglichen Symptome zusammengefasst sind:

- Grippe ähnliche Symptome wie Fieber, Müdigkeit, Gliederschmerzen (oft Tage bis Wochen nach dem Stich)
- Neuropathien, Muskelzuckungen bis hin zu Lähmungserscheinungen
- Gelenk und Muskelschmerzen, bis hin zu Gelenkschwellungen
- Kopfschmerzen, Schwindel , Konzentrationsschwierigkeiten, Ohrgeräusche
- unklare Magen-Darm -Beschwerden
- Herzbeschwerden, Tachykardien, Rythmusstörungen

Die Diagnose:

Die Diagnose einer florierenden Infektion mit dem Bakterium ist bis heute eine sehr schwierige, da gerade im chronischen Stadium viele Überschneidungen mit anderen Krankheiten da sein können und oft auch mit einem Zeckenbiss nicht mehr in Verbindung gebracht werden. Die Diagnose Borelliose wird immer nur anhand der Symptome UND der Blutwerte gestellt. Wie oben beschrieben ist das einzige wirkliche sichere Symptom einer Borreliose die Wanderröte. Bei Auftreten sollte umgehend eine hochdosierte, 3-4 wöchige Antibiotika Therapie eingeleitet werden. Bis heute exisitiert kein Bluttest welcher eine Borelliose 100% beweisen oder ausschließen kann, große Blutbilder sind oft völlig im Normbereich. Auch gilt zu beachten das frühstens nach ca. 6 Wochen Antikörper im Blut nachzuweisen sind.

Das Standard-Testverfahren welches durch die Labore am häufigsten angewandt wird ist der sogenannte ELISA Suchtest. Hierbei handelt es sich um einen simplen Antikörpersuchtest, welcher im Blut die Antikörperklassen IGM,IGA und IGG detektiert. Die Antikörperklassen IGM und IGA werden vermehrt in der frühen Phase der Infektion gebildet, IGG können auch noch Jahre nach Infektion im Blut nachgewiesen werden. Leider beweisen selbst hohe Antikörper nicht eine aktive Infektion sondern lediglich das das Immunssystem sich mit dem Erreger auseinandergesetzt hat. Des weiteren bestehen keine festgelegten Grenzwerte, sprich es ist durchaus möglich in Labor 1 negativ, in Labor 2 positiv getestet zu werden! Auch falsch positive Ergebnisse sind möglich durch Kreuzreaktionen. Auch das gar keine Antikörper gebildet wurden ist durch bestimmte Faktoren, wie eine sehr frühe Antibiotikagabe, möglich.

Ein weiterer oft angewander Test ist der sog. Westernblott. Hierbei handelt es sich auch um einen Antikörpersuchtest nach den verschiedenen Klassen, allerdings werden die Antikörper nochmal in verschiedene Banden aufgeschlüsselt, was eine genauere Diagnose auch hinsichtlich des Stadium zulässt. Der Westernblott gilt als wesentlich sensitiver als der Elisa, leider gilt das Thema Borreliose bei einem nicht eindeutigen Elisa Ergebnis oft als erledigt. Auf Borelliose spezialisierte Ärzte greifen daher immer auf beide Tests zu. Ein oft von Neurologen angewandes Testverfahren ist die Entnahme von Hirnwasser um das Bakterium nachzuweisen, leider ist die Erfolgsquote hier nur wenige Prozent womit auch hiermit eine Borelliose nicht auzuschließen ist!

Aufgrund der schwierigen Diagnostik haben viele Betroffene einen jahrenlangen Ärztemarathon hinter sich und auch oft viele Fehlbehandlungen welche die Borelliose zusätzlich in eine chronische Spätform treiben. Ob nach jedem Zeckenbiss eine Antibiose erfolgen sollte ist strittig, generell sollte bei Verdachtsmomenten auf eine Borreliose beim Hausarzt am besten ein ELISA UND Westernblott durchgeführt werden. Von Vorteil ist es wenn man sich nach dem Entfernen der Zecke mit dem Labor des Hausarztes in Verbindung setzt, es gibt mittlerweile fast überall die Möglichkeit die Zecke direkt mittels eines PCR Tests auf Erreger testen zu lassen. Ein positives Ergebniss hier beweist zwar nicht das eine Infektion auch übertragen wurde, kann aber ein wichtiger Hinweis auf folgende Symptome sein oder eine präventive Antibiose rechtfertigen.

FSME

Die etwas sperrige Frühsommer-Meningoenzephalitis, kurz FSME, ist eine durch das gleichnamige Virus ausgelöste Erkrankung, die mit grippeähnlichen Symptomen, Fieber und – das ist der Knackpunkt – bei einem Teil der Patienten mit einer Entzündung von Gehirn und Hirnhäuten, verläuft, daher auch der Name “Meningoenzephalitis”. Übertragen werden kann der FSME-Virus durch einen Zeckenbiss. Allerdings tragen bei weitem nicht alle Zecken das Virus, vielmehr ist es stark davon abhängig, wo man sich befindet:

Nach Zahlen des Robert Koch Institut von 2008 liegt der Anteil der FSME-infizierten Zecken in Risikogebieten bei etwa 0,1 % bis 5 %. Risikogebiete? Hierfür gibt es eine Karte, ebenfalls vom Robert Koch Institut. Die Grenzen sind natürlich nicht so scharf wie hier eingezeichnet, geben aber eine gute Idee, ob die Region, in der man häufig unterwegs ist, dazu gehört:

 

 

Nur 10 – 30% der FSME-infizierten zeigen Symptome, als Größenordnung einfach die Zahl der festgestellten Fälle zwischen 2002 und 2011: 2843 dokumentierte Fälle von FSME in Deutschland.

Impfen oder nicht? Die Fälle von FSME gehen – auch seit Einführung der Impfung – zurück, sowohl in Deutschland, als auch in Österreich. Lebt man in einem der Risikogebiete und streift regelmäßig durchs Unterholz, kann man mit der Impfung auf Nummer sicher gehen. Ich persönlich wurde als Jugendlicher aus gegebenem Anlass geimpft, klagte sachte über leichte Nebenwirkungen (Schüttelfrost) – aber sicher weniger als über eine Erkrankung am FSME-Virus, so selten sie auch sein mag.

Zuletzt aktualisiert am Montag, den 25. März 2013 um 21:05 Uhr  

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